Das hat mit Bergsteigen nichts mehr zutun, was auf dem Untersberg geschieht. Rein gar nichts.
Ich war heute oben. Habe die 1500 Höhenmeter aus eigener Kraft bewältigt. Je näher ich der ersten Hütte (Toni Lenz) kam, desto mehr wurden sie. “Flip-Flop Bergsteiger” mit ihren Fotoapparaten. In Horden schlängeln sie sich über die ohnedies schon engen, in den Fels geschlagenen Passagen. Fast hat man das Gefühl, auf einer Schnellstraße zu sein – lediglich mit dem Unterschied, dass (fast) alle anderen sich weit unter Normaltempo fortbewegen und ich es nach guten 15 Minuten mühsamer Überholmanöver satt habe, mich andauernd “entschuldigen” zu müssen.
Und grüßen will ich auch nicht jeden (sic!) Esel, der mir da oben entgegen kommt, da das so gut wie alle 2 Minuten der Fall ist, und man sich nach einem Aufstieg von fast 2 Stunden einfach nur auf seinen Körper und die Atmung konzentrieren will!
Verdammt noch mal.
Sorry, ich musste das kurz los werden.
Schafft diese bescheuerte Gondel ab und gebt diesen wunderbaren Berg wieder jenen, die ihn sich verdient haben, die ihn wirklich lieben und schätzen – vor allem aber mit Respekt behandeln.
Das ist mein Wunsch.
22. September 2007
A loud shout-out
6 Kommentare »
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Hey Alexa,
ich glaube die Seilbahn ist nicht das Problem, sie potenziert das Deppenpotential nur. Der Staufen zum Beispiel ist ein netter Berg. Erlebt man komische Sachen…wie am Untersberg. Hab mir vor kurzem den Klettersteig rausgelassen. Mim Radl bis zum Einstieg und dann rauf. Inzwischen bin ich ja sogar so vernünftig, dass ich mir nen Gurt mit nehme mit ein paar Bandschlingen dran. Wenn man damit allerdings reinkracht, dann muss man hoffen dass der Karabiner hält und erlebt einen Aufschlag an der nächsten Verankerung, gegen den das Fallen ins Seil beim Klettern die reinste Landung im Federbett ist. Das Klettersteigset ist deswegen die beste Variante. Hab ich aber nicht. Warum auch? Ich will nicht fliegen, also flieg ich nicht, ist wie beim Alpinklettern.
Oben am Gipfel hab ich dann zwei Leute aus München (keine echten Münchner) getroffen, die mich gebeten haben, ein Foto von ihnen am Gipfel zu machen. Bin ja ein netter Kerl, mach ich dann schon brav, sogar mit tollem Bildausschnitt. Aber mir sind die schon deswegen auf die Eier gegangen, weil sie die ganze Zeit mim Handy rumgemacht haben. “Hallo verstehst du mich?“ Solchen Leuten müsste man erklären, dass wir hier nicht in München sind, wo man sagen kann: „Dann telefonieren später noch mal.“ (Finde ich eh recht oberflächlich, früher musste man was ausmachen und dann halt da sein…..,) sondern am Staufen, wo man nicht immer Empfang hat. Die waren ganz schön weiß um die Nase nach dem Klettersteig und hatten auch sicher Wasser in der Arschfalte, was ich allerdings nicht beweisen kann, weil ich es nicht gesehen hab. Na ja, die Bubis haben dann auch noch so blöd dahergeredet, weil ich quasi ohne Sicherung rauf bin. Ja Burschen, wer an Arsch in der Hosen hat, der kann das halt.
Warum reg ich mich eigentlich so auf? Beim Runtergehen ist folgendes passiert: Der eine Typ hat dann noch mehrmals versucht irgendjemanden anzurufen, irgend eine(n) Mo. „Hallo verstehst du mich jetzt?“ Als das nicht funktioniert hat, fängt der Typ in der Wand oberhalb der Steiner Alm zum Brüllen an „Mo!“ Mindestens 20 Mal. Ich war knapp davor zu sagen: Halt dein Maul, sonst kommt noch die Bergwacht. Wird schon nicht passieren dacht ich mir. Weiter unten, ich war schon fast am Radl, kommt doch tatsächlich ein Bergwachtfahrzeug hoch. War nur einer drin, als dann noch ein zweites hochgekommen ist, hab ich mir gedacht: „Toll Burschen, schönen Fehlalarm ausgelöst.“
Gut fairerweise muss man sagen, dass dann doch was passiert ist, das hab ich aber erst einen Tag später erfahren. Einer hat sich von diesem Deppentrio getrennt (dann waren es nur noch zwei…) und ist in Bergnot geraten.
Was folgt aus der Gschicht? Zugroaste Münchner: Kaufts euch a Landhausmodenlederhose, spielst aufm Oktoberfest zusammen mit den Amerikanern und Chinesen Urbayer, die Einheimischen können sich die Maß für 7,90 eh nimmer leisten, und lasst unsere Berge in Ruhe. Auf die Tische dürft ihr eh nicht steigen, das verhindert die Securuty, also könnt ihr nur noch von der Bierbank runterfallen. Die Fallhöhe spielt nicht nur im Theater ein Rolle! Ja, oder euch trifft halt eine Maß im Gsicht. Die Überlebenschance ist allerdings größer, als wenn euch ein Stein nach 200 Meter Falllinie in die Fresse knallt, vorausgesetzt ihr findet Helme “uncool” oder glotzt die ganze Zeit nach oben: “Wie lang dauerts noch,?” Patsch!
In so einem Gelände bleibt man zusammen, auch wenn der Gipfelerfolg dann halt beim Teufel ist. Ok, das klingt jetzt alles recht intolerant und nach “guter alter Bergkameradschaft”. Aber: Manche Penner sind nur noch auf “Event” aus. Für Events gibt das Oktoberfest, siehe oben. Fahrgeschäfte, Schlägereien und so. Aufn Untersberg mit der Bahn und dann mim Radl runter…. Da ist man zwar reif für den Extremsportstammtisch, alpines Erlebnis ist das aber nicht.
Andererseits: Lustig wars schon am Staufen und was wär die Welt ohne Deppen? Langweilig genau.
In diesem Sinne, schade, dass du nicht dabei warst, wir hätten uns köstlich amüsiert.
A.K.
Kommentar von Absalom Knurke — 25. September 2007 @ 21:58
…und dabei war ich noch voller Euphorie darüber, dass es noch Berge (in Reichweite) gibt, die verschont bleiben vom “Massentourismus”.
Traurig irgendwie, aber auch amüsant.
Trotzdem lobe ich mir den Hochstaufen, denn selbst wenn sich diverse Laien-Alpinisten auf ihn verirren, müssen sie die Höhenmeter noch immer aus eigener Kraft bewältigen. Wie lange sie dafür brauchen, möge an dieser Stelle ein Rätsel bleiben, aber zumindest begegnet einem niemand in Flip-Flop am Gipfel.
Dass ich letztens einen Mexikaner aus Barcelona in Puma-Schuhen hochgetrieben habe, sollte ich an dieser Stelle vielleicht reumütig anfügen… Aber der gute Herr hat von meinem Vorhaben gehört und war nicht davon abzubringen, mich zu begleiten. Ich hatte ihn gewarnt – es kam jedoch kein Ton der Klage, selbst mein Tempo hielt er durch (bis aufs Finale, aber gut..) die Schuhe aber waren nach Abstieg ein Fall für die Müllentsorgung
Ja – ihm wars ne Lehre und sein Muskelkater die Tage danach tat das Restliche in Sachen Respekt vorm Berg.
In diesem Sinne – liebe Grüße und lass uns nochmal gemeinsam hoch steigen wenn sichs in diesem Jahr noch ausgeht!
Vielleicht bietet sich Stoff für eine satirische Reportage hihi…
Kommentar von lexxa — 26. September 2007 @ 11:30
Hallo Frau Kollegin ?!
Zu deisem ´Problem´ muss ich auch meinen Senf dazugeben…..
IHR seit doch alle selber Schuld daran-würde nicht so viel erzählt werden über-ach so schöne Plätze auf dieser Erde-würden sie weit nicht soooo sehr überannt sein…..aber würdet ihr dann diese schönen Stellen kennen?!hmmm
Tipp 1. Bei miesem Wetter haben auch schöne Plätze ihren Reiz und man hat auch meistens seine Ruhe um es zu geniessen.
Tipp 2. (Meins)Vergesst die Sachen die sowieso alle kennen,sucht selber schöne Plätze und erlebt die befriedigung selber was gefunden und gesehen zu haben,was nicht jeder kennt und weiss-davon gibt es noch ganz viele…. nicht WEIT WEIT WEG !!! Toll ist auch das man diese Plätze dann hat,wenn man sie braucht.
Viel Spass beim suchen……….
Kommentar von Roman — 24. Oktober 2007 @ 15:58
Also mein Herr – erstens ist der Untersberg von meinem Standpunkt aus gesehen gar nicht weit-weit weg, sondern gleich ums Eck – und zweitens dürftest du die eigentliche Message des Beitrages überlesen haben:
Und zwar, dass diejenigen, die sich mit einer GONDEL auf 2000 Meter befördern lassen, es nicht verdient haben, sich auf diesem Berg aufzuhalten. Everyone welcome ders aus eigener Kraft packt, aber den Berg niedertreten und verdrecken weil eine Gondel es diesen lahmarschigen Möchtegernbergsteigern ermöglicht?
Nein danke.
Was anderes – hast du eventuell meinen Geldbeutelgurt?
Irgendwer hat ihn am Sonntag Morgen eingepackt als ich austreten war.
Falls du was weißt – bitte um Rückmeldung.
Bräuchte das Ding wieder..
Kommentar von lexxa — 25. Oktober 2007 @ 00:26
Guten Morgäääääääähn
Hab schon verstanden um was es dir geht aber das Problem mit to much Touristen die es nicht verdient haben …Bla Bla usw….gibt es fast überall…
Nö hab keine Ahnung wo dein Gurt ist..
Kommentar von Roman — 25. Oktober 2007 @ 07:47
Na macht nix.. Aber danke.
War ein netter Abend, vor allem hat mich rausgerissen, dass du diese Freaks ebenso liebevoll behandelt hast wie ich
Die wollen es anscheinend ab einer gewissen Uhrzeit nicht anders..
Kommentar von lexxa — 2. November 2007 @ 17:34