xhoch3

21. Januar 2008

Vom traurigen Alltag eines Lastenaufzugs

Gespeichert unter: Kommentar, Speikobra, Sport, mad — lexxa @ 23:47
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Die Last der Welt – wo ruht sie?
Geht es nach Beauty-Magazinen, diversen TV-Formaten oder netten Ratgeber-Sites im Web, so liegt sie auf den Hüften, am Bauch-Bein-Po und wo auch immer sich Lipomatose (definiere: = diffuse Vermehrung von Fettgewebe in einer Körperregion) ansiedeln kann.
Sie liegen allesamt falsch. Völlig falsch.
Die Last der Welt liegt als bösartiger Fettgeschwulst zumeist am Stammhirn so manch einer Bauch-Bein-Po- Träger/in.
Der Beweis soll folgen:
Ein namentlich hier nicht nennenswertes Fitnessstudio (wie bescheuert sind eigentlich 3 S in einem Wort??!) am Bahnhof. Dieses befindet sich im 2. Stock. Und es gibt einen Lastenaufzug (klar – die zu befördernden Fitness-Geräte sind mächtig. Und schwer.)
Soweit die Hardfacts.
Zugegeben, ich bin nicht wirklich ein Fan von Indoor-Strampeln und Wett-Schwitzen unter Neonleuchten, aber es gibt Tage im Jahr, da möchte man aus der Haut fahren, weil einem Bewegung fehlt, weil die Endorphine nur darauf warten, endlich wieder raus gelassen zu werden und weil das Wetter vor der Haustüre derart einladend ist, dass man sich am liebsten gleich wieder im Bett verkriechen möchte.
Dafür gibt es dann Plan B – man überwinde seine Abneigung und laufe eine Stunde am Band, wobei gewarnt sei vor dem sich aufdrängenden Bild eines Hamsters im Laufrad – so ein unangekündigter Lachflash irritiert zumeist die anderen Strampler und sorgt für Argwohn. Ja – eine Stunde kann ungemein lang sein, für das diffuse Gehirn eines mit geschlossenen Augen joggenden Individuums…
Aber ich schweife ab.
Zurück zu den Facts. Von den Hardfacts (Studio im 2. Stock, Lastenaufzug) zu den Softfacts: Studiobesucherinnen.
Sie beginnen ihr Training meist als qualmendes Grüppchen vor dem Standaschenbecher im Erdgeschoss (direkt vor dem Lastenaufzug). Nach der Zigarette werden sie aktiv. Sie rufen den Lastenaufzug. Per Knopfdruck. Das alleine verbrennt doch schon mal ordentlich, oder?
Dieser arme Aufzug befördert seine Insassinnen in den 2. Stock, die nach derart viel Bewegung das Umkleiden erstmal langsam angehen. Vor allem darf „die Bunte“ nicht fehlen, wenn man sich letztendlich am Fahrrad positioniert hat. Da strampeln sie dann, geschätzte 30 Minuten lang mit dem Enthusiasmus eines valiumbetäubten Koalas, blättern in ihrer „Bunten“, und lassen sich nach Beendigung des Workouts wieder mit dem Lastenzug nach unten befördern.
So.
Und ich frage mich – ja spinnt ihr denn alle?
FDH, Ananasdiät, Fatburner, Atkins-Diät, Bulimie, Fett-weg in 10 Tagen, und wie sie alle heißen – aber unfähig, 2 Stockwerke eines Gebäudes aus eigener Kraft nach oben zu steigen, 2 Stockwerke eines Fitnessstudios mit dem Vorsatz, etwas für die Fitness zu tun?
Warum geht man in solch ein Studio?
Die einen möchten abnehmen, die anderen Körpermasse dazu gewinnen, wieder andere wollen sich einfach nur bewegen. Warum zum Geier sich mittels eines Lastentransporters nach oben befördern lassen, wenn man sich doch eigentlich bewegen will?
Mädels, spart Strom – der Aufzug ist für Last gedacht – nicht für jene, die Last verlieren möchten.
Mädels, Stufen beißen nicht!
Mädels, nehmt Beine (Bauch und Po) in die Hand und bewegt sie!
Mädels, wacht auf – oder lasst es einfach gut sein.
Der Lastenaufzug hat Besseres verdient.

Ich muss kurz nachkorrigieren – das Studio liegt im 3. Stock!
Sorry!!

3 Kommentare »

  1. [...] Original post by lexxa [...]

    Pingback von Sport » Blog Archive » Vom traurigen Alltag eines Lastenaufzuges — 21. Januar 2008 @ 23:55

  2. [...] Bein Po Lipomatose Jaja – die Last der Welt auf den Schultern eines Lastenaufzugs in einem Salzburger Fitnessstudio. Und er chauffiert sie auch heute noch, die guten [...]

    Pingback von Suchende (1) « WeitWeg — 28. Dezember 2008 @ 10:53

  3. [...] 4. Menschen, die den Aufzug benutzen, um in das im 3. Stock gelegene Fitnessstudio zu gelangen. Überhaupt Menschen, die es scheuen, sich zu bewegen und dann über ihre Figur klagen. Und der Lebensmittelindustrie die Schuld in die Schuhe schieben. Hauptsache, keine Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen. Traurig ist das. [...]

    Pingback von Schlangenfutter « xhoch3 — 30. Juni 2009 @ 22:45


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