Timing
März 27, 2008 von lexxa
Es ist schon so eine verzwickte Sache, das mit dem Leben und der Zeit. Beides könnte gut nebeneinander existieren, gäbe es da diesen bescheuerten Anglizismus eines dem Deutschen Vokabular unbekannten Wortes nicht. Zeitliche Koordinierung käme dem Ganzen vielleicht am nächsten.
Zeit – was ist das schon? Greifbar ist sie nicht, auch wenn es einem ab und an vorkommen mag, sie könne stehen bleiben. Aber in Wirklichkeit tut sie das nicht. Niemals.
Timing.
Wie ich dieses Wort zurzeit hasse.
Warum muss es immer das richtige Timing sein? Und warum ist es das eigentlich nur in den seltensten Fällen?
Pünktlich war ich noch nie wirklich, aber bis dato hat mich das wenig gestört. Ich kann ja, wenn ich will. Pünktlich sein. Nicht zu spät kommen. Aber falsches Timing bedeutet eben leider auch zu früh sein. Lässt sich dem auch entgegen steuern? Ich weiß nicht. Mir ist es ja lieber, in Bewegung zu sein. Mit diesem angenehm treibenden Zeitdruck im Hinterkopf, mit prickelnden Endorphinen die einen auf Trab halten. Run Baby Run.
Aber still stehen und warten? Damit man nicht zu früh da ist? Damit man später an der Haltestelle nicht warten muss? Ist doch auch Schwachsinn, oder? Timing…
Ab und an würden klare Worte vermutlich auch das richtige Timing herbeiführen. Aber mit dem Alter beginnt man seine Worte zigmal zu überdenken bevor man sie ausspricht. Teenager müsste man noch einmal sein. Den Pan in uns rauslassen. Fröhlich-naiv darauf losplappern können ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie das Gesagte beim Gegenüber ankommt. Risiko spielen. Frei sein. Von Ängsten und Blockaden. Von Timing-Problemen. Phobiker des Schweigens.
Ja Mädel – du und Ängste? Blockaden? möchten einige die mich kennen denken. Und ich gestehe hiermit – ja, auch ich. Mehr als ihr vermutlich glaubt. Mehr als ich es mir selber zugestehe. Frei und unabhängig - selbstsicher und optimistisch? Ja schon. Und was ist mit der Vergangenheit?
Scherben der Vergangenheit haben wir alle. Meinen Haufen möchte ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen müssen.
Aber Scherben kitten? Ganz ehrlich - diese ewige Zwangsauseinandersetzung mit der Vergangenheit, auch Vergangenheitsbevergewältigung genannt, geht mir mächtig am Keks. Wozu kitten? Soll ich mich vielleicht auch noch schneiden bei dem Versuch sie aufzuheben, diese meine bescheuerten, hässlichen Scherben? Oder gar von jemand anderem verlangen, sie zu kitten? Was für ein Egoismus. Nix da.
Ich hol’ mir ein neues Ganzes und tanze auf den alten Scherben so lange herum, bis sie zu Staub zerfallen. Mit dicken Bergsteigersohlen, versteht sich. Kaputtes soll kaputt bleiben, Zerbrochenes ist Vergangenheit verdammt noch mal. Scherben bringen Glück sagt ein Sprichwort, und da steckt schon etwas dahinter.
Dann ist ja alles paletti! scheint’s, und trotzdem trügt - wie so oft im Leben - dieser Schein. Verunsichert und ängstlich? Ja, verdammt noch mal. Denn da ist es trotzdem, dieses Verlangen nach Zugehörigkeit, nach der Möglichkeit sich fallen lassen zu können ohne der Angst vor einem Aufprall, nach kontrolliertem Kontrollverlust, nach konstruktiver Dekonstruktion. Nach Übergabe der Zügel mit einem Lächeln im Gesicht und einem Kribbeln im Bauch. Die Unnahbare doch Nähe suchend? Die Unnahbare Nähe suchend und sich trotzdem nicht trauend aus Angst vor Abweisung. Was für ein schlechtes Kabarett. Auf dieser Bühne des Lebens, getragen von zeitlich perfekt koordinierten Phasen alltäglichen Wahnsinns. Timing.
Zum Kuckuck damit.
Klingt eigentlich alles ganz einfach. Wäre da nicht dieses Wörtchen. Wäre da nicht dieses Gefühl, den falschen Zeitpunkt erwischt zu haben. Wäre da nicht dieses Wissen um das was wäre wenn.
Verflixt noch mal.
Ist doch wirklich Schwachsinn.
Danke Mrs. Timing, ich probier’s jetzt mal lieber Don Optimismus und Sra. Spontanität.
Augen zu und durch. Auf den Bauch hören und nicht immer nur auf diese komischen Köpfe links und rechts vom Hals. Und wem das nicht passt, der möge sich doch bitte umdrehen und gehen.
Ich pfeif’ auf’s Timing.
Denn sonst ist irgendwann alles zu spät.
Und das meine Damen und Herren, würde mir gar nicht in den Kram passen.
Und mit diesen Worten beende ich den heutigen Ausflug in mein gedankliches Schlachtfeld, geflucht habe ich auch genug, schön dass alles draußen ist, ich muss weiter. ![]()
Die Sonne scheint.
Der Frühling kommt.
Die Berge schreien.
Und die neuen Schuhe (mit dicker Sohle) warten auch.






Da weiß man ja gar nicht, was man dazu noch schreiben soll. Kann dich aber sehr sehr gut verstehen.
Timing ist etwas, das auch mir nicht immer liegt. Manchmal passts zwar ganz gut, aber hin und wieder vergreif ich mich da total.
Toll geschriebener Artikel!
Also bitte. Die links ist Brody und der rechts war schon immer Vin Diesel. Remember? Und die beiden haben sich immer bestens miteinander verstanden! Was für ein Abend, lange her. Aber jetzt dauerts nicht mehr lange. Freu mich uuuur auf dich!! Dicken Knuuuutsch!
Die Vergangenheit ruhen zu lassen, von der Zukunft nicht zu viel zu erwarten und die Gegenwart genießen und zu leben, dann funktionierts auch mit dem Timing. Es sind zum Glück immer noch wir, die das Tempo bestimmen, nicht der rechts und auch nicht der links.
Morgen 20°, Frühlingsbeginn, was will man mehr, genau zum richtigen Zeitpunkt, noch länger und ich wäre ausgeflippt.
Fette Umarmung, Bussls
@ Konna: danke! Das Leben liefert noch immer die besten Geschichten..
Sweetie! Brody und Vin ist echt schon lange her.. Dazwischen gabs auch noch Bonnie und Clyde, John Wayne und “Püppi”, den Dude und..(ach, das waren zu viele!!) und jetzt gibts Zeichentrickfiguren. Auch nett.
Ich freu mich auch auf dich. Kuss zurück!!
Brikko, du sagst es. Ein Tag länger und ich hätte reklamiert. Aber nicht schriftlich, auch nicht mündlich, sondern vermutlich von Fuerteventura od Lanzarote aus, per Flaschenpost..

Küsschen und feiert nicht zu lange heute!!
…das ist Erpressung!
Na, hast du wenigsten das Preisschild von den neue Sohlen gelatscht?
…das GANZE Leben ist ein Timing-(Schlagzeuger-)-Problem, kann ich dir schriftlich geben.
Du befindest dich in dieser wunderbaren Grauzone - “zwischen Twen-Tours und Seniorenpass” - wie es der geniale Stoppok nennt, in der man sich von Zeit und Terminen fast schon terrorisiert fühlt…
ich versprech dir, das legt sich… kennst du einen Drummer?
Hey, wie darf ICH denn den “Seniorenpass” verstehen???
Den lass’ ich mir noch laaaange nicht ausstellen!!!
Die Bergschuhe warten noch, dafür aber habe ich heute den unwiderstehlichen Drang verspürt, mein Bike mal wieder zu waschen. Und weils eben sauber war, hab ichs ein wenig dreckig werden lassen. Kann man auch “Gatschhüpfen” nennen, in der Salzachau. Ich hab einfach zu durchgeknallte Freunde, die einen immer wieder mit in den Dreck ziehen
Einen Drummer?
Auja. Einen ziemlich guten sogar, auch wenn er jetzt meint, als DJ bessere Figur zu machen *hust*.
Aber der würd dir vermutlich nicht wirklich ins Konzept passen:
Iggor Cavalera.
(Und ein Flug nach Brasilien ist z.Z. auch nicht wirklich günstig!)
Bussl!
mit Seniorenpass bist doch sicher nicht du gemeint!?!
Steini, der Idiot mit bescheuertem Pseudonym..
Du lebst aber grad in dieser düsigen Timingwelt… und du bist die Erste, die sich einen Haufen gleichzeitig sich um die Ohren schaufelt. Da gehört halt timing, oder besser “timemanagement” dazu! Hab ich schon gesagt, dass ich unpünktliche Menschen und Langschläfer hasse und verachte? Hippies und Tagediebe!!!
ich werd ‘mal den Oleander aus dem Keller holen…
düsig ja - aber Timingwelt? Naja, seit heute vielleicht. Schon schräg, was das Leben so für einen parat hält. Manchmal würd ich nur gern gefragt werden davor..
Naja. Vielleicht weil ich nur unpünktlich aber kein Langschläfer bin! (6h30 an einem Sonntag - NACH der Zeitumstellung ist rekordverdächtig!!) Also lass deinen giftigen Oleander ruhig im Keller stehen!!
Und nein, hast du noch nicht gesagt - aber ich glaub dir nicht, dass du mich hasst und verachtest
Ich hätt gern ne Aloe Vera. Genügsam und immer grün, aber zäh, robust und stachelig, mit einem sehr wohltuendem Innenleben..
Ein Schlupfloch für Speikobras..