Die Nachrichten heute im Radio haben mich aufhorchen lassen. Denn wenn eine derartige Nachricht schon mal bei uns zu einer solchen wird, dann muss die Lage ziemlich prekär sein. Spanien, genauer gesagt Katalonien leidet unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. Im Nordosten Spaniens droht der Wassernotstand.
Vor genau einem Jahr war ich dort. Da hat es im April ausreichend geregnet, ich kann mich noch gut an meinen Frust darüber erinnern. Aber genau dieser Regen im Frühling ist lebensnotwendig für Spanien, da im Sommer dann so gut wie kein Niederschlag mehr fällt. Im Frühling werden die Wasserreserven aufgestockt. Heuer fällt dies anscheinend aus. Spanien hat jetzt schon zu wenig Trinkwasser. Frankreich hilft. Wunderbar.
Und trotzdem – ich musste sofort an einen Artikel auf Cafebabel denken, den ich vor einem Monat übersetzt habe. Einen Vergnügungspark wollen sie errichten, die Spanier. Als hätten sie nicht bereits genug Touristen und zu wenig Wasser. Und so gesehen sollte es dann nicht heißen – die spinnen, die Römer, nein, es muss heißen: Die spinnen, die Spanier.
Auch wenn ich sie noch so gern habe, aber ein solches Projekt halte ich für puren Wahnsinn angesichts solcher Tatsachen. Und dass sich Spanien auch künftig nicht in ein immergrünes Wasserparadies verwandeln wird, muss wohl nicht explizit erwähnt werden.
11. April 2008
Die spinnen, die Spanier
Gespeichert unter: Barcelona, Kommentar, Natur, Spanien, Städte — lexxa @ 12:30
Tags: Dürre, Katalonien, Spanien, Wassernot
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9 Kommentare »
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Wer sagt denn, dass ein Vergnügungspark Wasser braucht? Man kan sich doch auch im trockenen amüsieren…
Kommentar von Autor ohne Talent — 11. April 2008 @ 12:50
..lies den Artikel.. es geht da um eine Kombination aus Bettenburgen, Disney-Land und Las Vegas. Die brauchen Tonnen von Wasser!!
Aber was schimpf ich – wenn sie schon Panik haben dass zu wenig Wasser für die Privathaushalte und Autowaschen und co strengstens verboten sind, wird das Projekt wohl eh kein Thema mehr sein..
Kommentar von lexxa — 11. April 2008 @ 12:55
Auw ja klar. Das wär wohl die Lösung gewesen. Aber das ist ja jetzt nicht ein Vergnügungspark, das ist eine Stadt!
Aber noch was. Wenn die das in Las Vegas hinkriegen, dann sollten die Spanier das doch auch hinkriegen. Meines Wissens nach gehört ja Las Vegas auch nicht wirklich zu den regenreichsten Regionen der Welt. Im Zweifelsfall könnte man dort ja mal nachfragen, wo die denn ihr Wasser her nehmen
Kommentar von Autor ohne Talent — 11. April 2008 @ 13:22
Naja – Vegas gehört bekanntlich zu den Vereinigten Staaten, und die haben zum Großteil kein Problem was die Wasserversorgung betrifft. Da werden wohl die Nachbarstaaten herhalten und nachpumpen.
Die Iberische Halbinsel leidet aber als ein Gesamtes unter Wassernot! Darum rückt jetzt Frankreich nach, um Barcelona unter die Arme zu greifen.. Und dabei hat Barcelona noch nicht mal ansatzweise was mit einer Wüstenlandschaft zu tun. Bis jetzt zumindest noch nicht..
Kommentar von lexxa — 11. April 2008 @ 13:38
Es kommt immer darauf an, wer fragt.
Wenn eine einflussreiche Investorengruppe einen Wasserpark plant und Geld in die Kasse spült, dann wird sowas halt genehmigt.
Und zu Las Vegas: Die Wasserversorgung wird durch den Hoover-Staudamm gesichert, dessen Bau Las Vegas unter anderem zu dem gemacht hat, was es heute war, weil die tausenden Arbeiter in Las Vegas ihre Freizeit verbracht haben und sich dadurch die typische Kneipen- und Glücksspielkultur entwickeln konnte.
Kommentar von jakob — 11. April 2008 @ 14:45
..so lernt man immer dazu, danke!
Aber ich glaube dennoch nicht, das man ein Projekt wie das angesprochene “Gran Scala” direkt mit Vegas vergleichen kann. Die ökologischen und infrastrukturellen Bedingungen sind einfach nicht dieselben.
Kommentar von lexxa — 11. April 2008 @ 19:03
weiß nicht, ob ma uns von da kennen – kann gut sein, hab aber leider ein schlechtes namens-gedächtnis.
Kommentar von gergi084 — 11. April 2008 @ 20:37
..wüsst es jetzt auch nicht, kam da nur so auf die Idee durch die Fotos vom RH.. Bin da ja auch schon ein Weilchen dabei
Kommentar von lexxa — 12. April 2008 @ 13:09
Das Problem ist: die Leute, die einen Vergnügungspark planen sind höchstwahrscheinlich nicht die Leute, die unter der Dürre leiden.
Kommentar von just4ikarus — 14. April 2008 @ 08:44