Das neue Semester auf der Uni hat mich mittlerweile fest im Griff, die Recherchearbeiten für die nächsten Seminare sind in vollem Gange. Eigenartigerweise empfinde ich das Arbeiten für die Uni im Winter immer als regelrechte Qual. Und das obwohl ich nicht klagen darf, da alle meine Noten vom Winter jegliche Erwartungen übertroffen haben
Aber um ehrlich zu sein, konnte ich meinen “Blechtrottel” am Schluss nicht mehr sehen. Ich wollte Fliegen mit ihm erschlagen – hätte ich denn welche gehabt.
Eigentlich verstehe ich auch nicht wirklich, warum mir das Schreiben und Lernen in den Wintermonaten scheinbar so schwer fällt. Denn eigentlich verlangen die kalten, grauen und düsteren Tage doch geradezu nach stundenlangem vorm PC-Sitzen oder Lesen von prickelnden wissenschaftlichen Schachtelsätzen. Aber leider habe ich an genau solchen Tagen auch Flöhe im Hintern und ein stetiges Pochen im Oberstübchen, was ein konzentriertes Arbeiten schier unmöglich macht.
Im Sommer ist das anders. Überhaupt ist alles anders im Sommer! Im Sommer scheint auch mal die Sonne! Im Sommer zieht man sich auch ab und an aus, und nicht 5-fach an! Sommer ist Zehentanga und Bermuda-Zeit!! Sommer ist Endorphin- und Adrenalin- Chaos! Sommer ist.. Stopp. Sachlich bleiben, Alexa. Zurück zum Thema.
Der Abgabetermin schriftlicher Arbeiten ist meist um einiges flexibler gehalten als im Winter (welcher Prof. nimmt sich schon Seminararbeiten mit in den Urlaub?), zweitens bin ich von Grund auf einfach happy und ausgeglichen – wenn ich vom Biken komme, vom Chillen in der Sonne, von einer Grillerei am See, vom Klettern am Felsen oder von einer Übernachtung am Berg. Da pocht dann gar nichts im Oberstübchen – der Körper ist regelrecht dankbar für ein paar Stunden Auszeit gekoppelt an universitäre Kopfarbeit.
Aber dieses Semester dürfte gleich in mehrerlei Hinsicht genial werden – hinzu kommt nämlich ein richtig spannendes Thema das darauf wartet, von mir abgehandelt zu werden. Abenteuer, Ferne, Frauen-Reisen, Backpacking, Exotismus, Aufbruch & Rückkehr, Selbsterfahrung usw. sind einige Schlagworte hierzu. Meinen Brasilien-alone-backpack-trip werde ich vermutlich als Selbsterfahrung mit einfließen lassen. Und so eventuell mit ein paar Vorurteilen aufräumen können!
Hinsichtlich der Recherche zum Thema muss ich mich gerade grundlegend umstellen. Standen die letzten beiden Arbeiten noch unter Oberbegriffen wie IKT, Onlinejournalismus und Web 2.0, so geht es jetzt quasi um das bildliche Gegenteil, weg von der digitalen Welt, hin zum “realen Leben”. Und das bedeutet eben auch, dass die benötigten Informationen und Grundlagen zum Thema nicht mehr dort auffindbar sind, wo ich es bisher gewohnt war sie anzutreffen: im Web. Der Kurs zum neuen Seminar hat noch nicht mal eine e-learning-Plattform! Sehr genial.. Nur das von mir so gehasste Powerpoint für die Zwischenpräsentationen konnte ich dem werten Herrn Professor nicht ausreden – versucht hab’ ich es zumindest!!
Es gibt nur einen Kurs (an der Informatik), der mich regelmäßig an den Bildschirm fesselt. Und was wäre schon das Leben, wenn ich nicht von tags, selektoren, attributen, syntaxen, margins und paddings träumen dürfte (wenn sonst schon nichts zur Auswahl steht). Ein wenig Abstraktes muss dann doch sein. Außerdem macht es richtig Spaß, Herrin der ersten selbst gebastelten Website zu sein und mittels XHTML, JavaScript, CSS, PHP, und Flash alles Mögliche und Unmögliche (was ist schon unmöglich??) am Bildschirm nach Herzenslust zu verschieben.
Aber back to basics. Weg von den Space Invaders, zurück zum „echten“ Leben. Zur Zeit habe ich 12 geliehene Bücher daheim liegen. Uralte Schinken teilweise. Herrlich vergilbt und abgegriffen, vielfach mit Notizen versehen. Ich steh’ da drauf.. Und diese Bücher zu lesen macht richtig Spaß!! Abenteuer im Kopf, und nicht ausschließlich in wissenschaftlichem Dialekt geschrieben, sondern verpackt in Stories. In Erfahrungen und Meinungen. In schillernde Kopfbilder. Herrlich.
Ich habe jetzt ein ganzes Semester “Medienfasten” vor mir. Die Natur bei uns Daheim leben. Lieben. Meinen Sport ausüben. Und am Abend stundenlang Bücher von Messner und co lesen. Meinen eigenen Senf dazu geben.. 
Ach ja. Und natürlich auch brav in die Arbeit gehen, denn ein Manko haben all diese Bücher und das zu behandelnde Thema trotzdem:
Sie schreien danach, in die Tat umgesetzt zu werden. Sie schreien nach Aufbruch und neuen Abenteuern, nach Entdeckungen, Verirrungen und Erfahrungen. Nach auf sich selbst gestellt sein und einer Rückkehr mit dem unbeschreiblichen Gefühl, es (alleine!!) geschafft zu haben. Sie schreien danach IHR zu sagen, dass ich sie nicht brauche. Und ich kann nur sagen, dass diese Schreie von meinen Ohren als äußerst angenehm empfunden werden. Und um diesen Schreien auch Folge leisten zu können, spart frau richtig gerne.
Kosmetika, Handtaschen, Gürtel und Pumps? Die konnten mir schon immer gestohlen bleiben.. Aber einen neuen 75-Liter-Rucksack hätt’ ich gerne!
Und ein Flugticket nach México!
Die Sommerferien werden kommen und mein Rucksack ist – wenn es soweit ist – schneller gepackt als das Kosmetiktäschchen so manch eines Paris Hilton- oder Carrie Bradshaw- Verschnitts.




Feine Worte, wirklich feine Worte
Ich mag es sehr wie du schreibst. Wie man deine Sehnsucht spürt. Sehr eindringlich.
Ich beschreite ja zur Zeit auch das grösste Abenteuer meines Lebens, allein versteht sich. Was für eine Freude das ist
Nicht das allein sein, aber was man dadurch über sich erfährt und was man erlebt, wie man lebt. Für mich als Autor ohne Talent unbeschreiblich
Kommentar von Ohne Name — 11. April 2008 @ 00:55
Danke für die lieben Worte!
Alleinsein ist ab und an sehr wichtig.. Aber dann brauch ich auch wieder Leben um mich! Auf die Mischung kommt’s an.
Was ist das genau für ein Abenteuer, das du bestreitest?
Kommentar von lexxa — 11. April 2008 @ 13:41