Ich wurde beworfen! Und zwar mit einem Stöckchen, von der lieben Frau Barfussinsalzburg. Sie tat es auf eine ziemlich dezente Art und Weise, da sie mich ein wenig kennt und weiß, dass ich nicht die fleißigste Stöckchen-Verwerterin bin. Aber bei diesem Wurfgeschoss konnte ich dann doch nicht widerstehen. Es geht um zehn Dinge, die mich nerven. Und um es vorweg zu sagen: Da gibt es schon noch die eine oder andere Sache mehr, die mich nervt, aber es muss ja nicht immer alles ausgeplaudert werden. ![]()
Und los geht’s:
1. Graben in der Vergangenheit. Alles auf die Vergangenheit schieben. Dauernd von „Schicksal“ und „Vorherbestimmung“ reden. Nur ja nicht die Verantwortung für sein eigenes Leben in die Hand nehmen und etwas ändern. Das Warten auf den richtigen Zeitpunkt. Denn im Warten ist noch selten etwas in die Gänge gekommen..
2. Jungs, die meinen, zwei Frauen beim Fortgehen wollen zwangsunterhalten werden. Jungs, die die einfachsten Zeichen einfach nicht deuten können. Jungs mit Brettern vorm Hirn.
3. Zickenterror. Frauen, die entweder dermaßen wenig Selbstbewusstsein in sich tragen, dass sie jede mögliche – und zumeist erfundene – Konkurrentin in der Manier eines handtaschengroßen, tollwütigen Yorkshire-Terriers anfliegen. Und dabei vielleicht auch noch über ihre High Heels stolpern. Sieht einfach nur doof aus.
Oder Frauen, die tatsächlich derart wenig im Oberstübchen haben, dass der Spruch „bitte einfach nur hinstellen, Mund halten und gut aussehen“ zum traurigen Obligatorium mutiert. Aber wenn ichs mir recht überlege, nervt mich das gar nicht. Nein, es ist schon ziemlich unterhaltsam.
Also Zicken-Ladies: Bitte um Fortsetzung – des Amüsements wegen.
Danke.
4. Menschen, die den Aufzug benutzen, um in das im 3. Stock gelegene Fitnessstudio zu gelangen. Überhaupt Menschen, die es scheuen, sich zu bewegen und dann über ihre Figur klagen. Und der Lebensmittelindustrie die Schuld in die Schuhe schieben. Hauptsache, keine Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen. Traurig ist das.
5. PowerPoint-Präsentationen. Punktuelles Abstrahieren, Verkürzen, Verdichten und Dekontextualisieren einer ursprünglich wohldurchdachten Storyline mithilfe grafisch fast schmerzlich anmutender Eyecatcher, um gezielt vom scheinbar gut strukturierten Inhalt Chaos hilflos aneinander gereihter Schlagwörter abzulenken.
Kurz gesagt – sprich – auf die Macht des Punktes gebracht:
Danke PowerPoint.
Du bist, was du zu essen gibst: fast-thought-society.com
Hoch lebe das Zeitalter der guten, alten Tafel.
6. Menschen unter Einfluss (harter) Drogen. Ich hatte es schon hunderte Male vor meinem geistigen Auge: Diesen einen A4- Spiegel, den ich irgendwann mitnehme auf diverse Festivitäten. Und meinem Gegenüber einfach vor die Nase halten werde, wenn ich nach dem 3. Versuch verbaler Artikulation noch immer nichts verstanden habe. Oder einfach nicht seiner/ihrer Lebensgeschichte in einer mir fremden Sprache lauschen will. Oder es ihm/ihr auch nicht glaube, dass er/sie mich soooo lieb hat. Und vielleicht schreckt sich mein Gegenüber in Anbetracht seines/ihres Spiegelbildes dermaßen, dass er/sie (fallweise auch „es“) dann einfach nach Hause geht und so lange schläft, bis alles wieder gut ist.
Mein Lieblingszitat dazu von Helge Timmerberg: „Schon mal nüchtern auf einer Koksparty gewesen? Schon mal zugehört, was da geredet wird? Und wie? Wie die Kokser die Kontrolle über die Mundwinkel verlieren? Und die Art, wie sie später nach Hause gehen? Du musst es nur einmal nüchtern sehen, dann bist du clean.“
7. November. Der Monat, der mir getrost den Buckel runter rutschen kann, der auf den Mond geschossen gehört, aus allen Kalendern gestrichen, verbannt und auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen der Hölle (so es sie denn gibt) versenkt. Dieser kalte, dunkle, nichtsnutze, influenzaverseuchte Taugenichts.
8. Unerwarteter und unangekündigter Besuch von nebenan. Wobei dieser (*dreimalaufholzgeklopft*) sich schon lange nicht mehr hat blicken lassen.
9. Ü-30-Partys. Oder auch Singlebörse und Frisch(??)fleischbeschau genannt. Mitt-30-er auf der verzweifelten Suche nach einer (besseren) Hälfte, das Ticken der biologischen Uhr im Hinterkopf immer langsam zu einem Dröhnen mutierend, zwängen sie sich in ihre engsten und buntschillerndsten Klamotten, laden zum Balztanz und benehmen sich krampfhaft wie 15-Jährige bei ihren ersten Ausgehversuchen, um ja nicht am Bild der eigenen Jugend zu kratzen. Man setze sich einfach nur hin und wohne dem Spektakel stillschweigend bei. Und amüsiere sich dabei köstlichst.
10. Fahrräder. Gestohlen oder „ausgeborgt“. Es sind einfach schon zu viele dieser Sorte, die mich unfreiwillig als Besitzerin aufgeben mussten. Und ich werde jedes Mal fuchsteufelswild.
Und weil es sich gehört, werfe ich das Stöckchen weiter. Und zwar an Johanna, Nicole, Mellcolm und Konna.
Ich bin gespannt!





Hihi, juhuuu, ich wusste dass wird toll

Zickenterror nervt mich auch unheimlich! Ich kanns einfach nicht nachvollziehen. Manche Frauen sind wirklich peinlich!
Aber sag mal du hasst den November? Der kann auch klasse sein! Gib ihm nochmal ne Chance das hat der Herr November 2009(!) wirklich verdient!
Zu die Ü30 Parties kann ich nichts sagen, da würden die mich noch nicht reinlassen (wie du ja bei mir gelesen hast muss ich kämpfen um überhaupt auf Ü20 geschätzt zu werden) aber so wie du sie beschreibst weiß ich auch wo ich mit Ü30 sicherlich nicht bin.
Cool dass du mitgemacht hast, es war mir wirklich eine Freude das zu lesen
Kommentar von barfussinsalzburg — 30. Juni 2009 @ 23:41
[...] hat ein Stöckchen getroffen und es kam ganz aus Österreich von der lieben Lexxa geflogen. Das passiert nicht so häufig, denn eigentlich mag die Lexxa Stöckchen nicht so gerne. Deshalb [...]
Pingback von Stöckchen: 10 nervige Dinge — 1. Juli 2009 @ 00:44
Ja, der November.. Eigentlich gehts bei ihm nur um den Lichtmangel. Wenn um 16.30 Uhr bereits Sense ist mit Helligkeit, sinkt einfach die Grundstimmung bei mir ins Bodenlose.. Aber vielleicht verschiebt sich das sowieso alles – und der Jänner wird künftig mein „Unmonat“. Irgendwie scheint das mit den Jahreszeiten sowieso aus den Fugen zu geraten!
Und Mädel, sei froh um den Umstand, dass sie dich noch immer nach dem Ausweis fragen! In Ü-30-Partys kommst zwar auch als U-30-erin rein, aber dann würd ich mich an deiner Stelle sofort ducken oder tarnen (als Topfpflanze oder so). Ansonsten hast du echt kein leichtes Leben auf so einem Fest!!
Und danke fürs Stöckchen, hat echt Spaß gemacht!
Kommentar von lexxa — 1. Juli 2009 @ 11:29
Na, da muss ich jetzt noch ein bicßen nachdenken. Du hast ja schon so vieles vorweggenommen…
Kommentar von Johanna — 2. Juli 2009 @ 13:19
Keinen Stress! Es geben sich spontan immer wieder Sachen, wegen denen man an die Decke gehen möchte.. (Auch wenn ich sie dir wirklich nicht wünsche!
)
Kommentar von lexxa — 2. Juli 2009 @ 17:55
Mist, die Ü30-Partys habe ich verpasst. Naja, ich gehe ja aber noch als Ü30 durch. Könnte ich also nachholen
Nebenbei: Mephistopheles hat mir auf die Schulter geklopft und lässt ausrichten, Du wirst schon sehen, ob es sein Wohnzimmer gibt oder nicht *hehe* Also, das hehe stammt von IHM, nicht von mir
Ja, und den eigenen Körper zu vernachlässigen ist eine echte Schande! Würde mir nie passieren! Niemals, naja, ähem, also – Problem erkannt, sage ich mal …
Sehr schöne Punkte – ich beliebte, häufig zu schmunzeln und Dich meiner Blogrolle hinzuzufügen. Ich las hier schon viel köstliches. Bissig, witzig, alles mit Niveau! Es konvenieren dem ollen Geheimrat
Kommentar von Geheimrat — 3. Juli 2009 @ 20:48
Dankeschön! Ich werde es Ihnen gleichtun, Herr Geheimrat.
Wünsche einen schönen Wochenstart!
(Montag.. Das ist auch so eine Sache für die Liste da oben..)
Kommentar von lexxa — 6. Juli 2009 @ 09:16
[...] hörte man plötzlich ein unschönes knirschendes, bohrendes Geräusch und plötzlich steckte da dieser Stock in meinem Kopf. Das kann einen schonmal nachdenklich stimmen, insbesondere darüber, was mich [...]
Pingback von JOHANNA SEZ — 7. Juli 2009 @ 18:42